REFERENTEN & PROGRAMM

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Prof. Dr. Johan Wölber

Adjuvantien in der Parodontaltherapie

Die nichtchirurgische Parodontaltherapie stellt die tägliche Basis der Behandlung entzündlicher Erkrankungen des Zahnhalteapparates dar. Trotz evidenzbasierter Wirksamkeit der subgingivalen Instrumentierung alleine zeigen insbesondere fortgeschrittene oder therapieresistente Parodontitiden Grenzen dieser alleinigen Maßnahme. Vor diesem Hintergrund haben adjuvante Therapieansätze eine hohe Bedeutung in der Ergänzung der Therapie. Ziel des Vortrags ist es, einen aktuellen Überblick über den Einsatz, die Wirksamkeit und die klinische Relevanz verschiedener Adjuvantien in der Parodontaltherapie zu geben. Behandelt werden lokale und systemische antimikrobielle Substanzen, antiseptische Spüllösungen, probiotische Ansätze sowie nichtmedikamentöse Adjuvantien wie Ernährung- und Lebensstiltherapie. Dabei werden Indikationen, Wirkmechanismen, Vorteile und Limitationen kritisch diskutiert. Der Vortrag basiert auf aktuellen Leitlinien und klinischen Studien und zielt darauf ab, eine evidenzorientierte Entscheidungsgrundlage für den sinnvollen Einsatz adjuvanter Maßnahmen im Praxisalltag zu vermitteln. Abschließend werden zukünftige Entwicklungen und Forschungsperspektiven im Bereich der parodontalen Adjuvantien beleuchtet.

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Prof. Dr. Holger Cramer

Zwischen Tradition und Evidenz: Möglichkeiten und Grenzen der Komplementärmedizin
  • Komplementärmedizin umfasst verschiedene Verfahren, die auf anderen Modellen der Entstehung und Behandlung von Krankheiten basieren als die konventionelle Medizin
  • Etwa 70% der Bevölkerung in Deutschland nutzen Komplementärmedizin, 40% nutzen sie regelmäßig
  • Dennoch sind komplementärmedizinische Verfahren bisher nicht umfassend in das deutsche Gesundheitssystem integriert
  • Die Forschung zu komplementärmedizinischen Verfahren hat in den letzten Dekaden enorme Fortschritte gemacht, dennoch verbleiben in der Evidenz noch beträchtliche Lücken und offene Fragen
  • Studien zu nicht-pharmakologischen Verfahren wie Yoga, Achtsamkeit oder Akupunktur zeigen etwa bei chronischen Schmerzerkrankungen, psychischen Symptomen und Lebensstil-assoziierten Erkrankungen gute Wirkungen und Sicherheit

In der Zahnmedizin gibt es bisher weniger Evidenz, allerdings zeigen sich generell bei (zahn-)medizinischen Eingriffen positive Wirkungen mancher komplementärmedizinischer Verfahren auf Angst, Stress, Schmerz und physiologische Parameter

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Prof. Dr. Benedikt Spies

Keramikimplantate – Revolution oder Evolution?

 

PEin Blick in die aktuelle Fachliteratur zeigt, dass das Interesse an festsitzendem, vollkeramischem Zahnersatz stetig steigt. In der konventionellen Kronen- und Brückenprothetik gibt es für die meisten Indikationen ausreichend dokumentierte vollkeramische Therapieoptionen, auf die der Zahnarzt zurückgreifen kann. Liegen größere Lücken oder eine Freiendsituation vor, lässt sich eine festsitzende Therapie häufig nur mit Hilfe von oralen Implantaten realisieren. Hier ist die wissenschaftliche Dokumentation vollkeramischer Lösungsansätze schon deutlich lückenhafter. Weiterhin sind orale Implantate in der Regel aus Titan gefertigt. Manche Patienten stellen sich vollkeramischen Zahnersatz jedoch anders vor. Sie würden gerne auch auf metallische Implantate verzichten. Ist es in diesen Fällen möglich, dem Patienten eine komplett metallfreie Versorgung anzubieten ohne wissenschaftlich fundierte Pfade zu verlassen? Obwohl keramische Implantate beinahe zeitgleich mit ihrem Pendant aus Titan entwickelt wurden, hinkt die klinische Anwendung deutlich hinterher. Als Ursache können die Werkstoffeigenschaften dentaler Keramiken herangezogen werden: Keramiken sind weniger fehlertolerant als Metalle und die einzelnen Prozessschritte der Verarbeitungskette benötigen eine peniblere Kontrolle. Weiterhin haben sich auch die Werkstoffe im Laufe der Zeit verändert. So haben die heute verfügbaren Implantate aus stabilisiertem Zirkoniumdioxid nicht viel mit den Pioniervarianten aus Aluminiumoxid gemein. Abschließend stellt sich die Frage, wie man keramische Implantate erfolgreich versorgen kann. Gelten die gleichen Regeln wie für Implantate aus Titan? Dieser Vortrag soll allen gegenwärtigen und zukünftigen Anwendern anschaulich vermitteln, welche Indikationen heute bedenkenlos mit keramischen Implantaten und festsitzendem, vollkeramischem Zahnersatz versorgt werden können.

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Prof. Dr. Samir Abou-Ayash

Biokompatible Werkstoffe in der Prothetik: Metalle, Polymere und Keramiken im Überblick

 

Die Auswahl biokompatibler Materialien gewinnt in der prothetischen Zahnmedizin zunehmend an Bedeutung. Metallische Alternativen zu konventionellen Kobalt-Chrom-Legierungen rücken in den Fokus, da sie ein günstigeres biologisches Profil in Kombination mit digitalen Herstellungsmethoden bieten. Gleichzeitig verändern moderne polymerbasierte Werkstoffe – etwa hochvernetzte, thermoplastische oder faserverstärkte Varianten – die bislang PMMA-dominierte abnehmbare Prothetik. Sie bieten Vorteile insbesondere im Hinblick auf Abrasionsverhalten, Plaqueaffinität und Verarbeitungsoptionen. Keramiken haben sich als ästhetisch und biologisch hochverträgliche restaurative Materialien etabliert, stehen jedoch weiterhin vor Limitationen hinsichtlich Bruchfestigkeit, Randintegrität und anspruchsvoller Präparations- und Befestigungsprotokolle. Parallel zu den Materialentwicklungen erweitert sich das Spektrum der Herstellungsmethoden: Konventioneller Guss, CAD/CAM-Fräsen und additive Fertigungsverfahren ermöglichen jeweils unterschiedliche Freiheitsgrade, weisen aber auch spezifische Grenzen auf – von Genauigkeitsproblemen über Oberflächenqualität bis hin zu maschinellen oder werkstoffbedingten Restriktionen. Die aktuelle Situation ist geprägt von dem Anspruch, Biokompatibilität, Präzision, Langlebigkeit und digitale Effizienz miteinander zu vereinen.

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DH Birgit Schlee

Einblicke in die Biologische Prophylaxe

Das wachsende Bewusstsein der Patienten für Gesundheit, Umwelt und ökologische Nachhaltigkeit macht sich auch in den Zahnarztpraxen immer stärker bemerkbar.

Patienten fragen nach biologischen, nachhaltigen Produkten und ganzheitlichen Therapieansätzen. Für viele Praxismitarbeiterinnen ist es eine neue und spannende Aufgabe, auf diese Fragen souveräne Antworten zu finden. Diese ganzheitlichen, natürlichen Behandlungsmöglichkeiten können sehr gut in das bestehende Praxiskonzept integriert werden. Gleichzeitig lassen sich Mundhygienekonzepte individuell auf die Patienten abstimmen – mit natürlichen und biologischen Produkten.

Bei diesem Vortrag erhalten Sie wertvolle Impulse für ein ganzheitliches Prophylaxekonzept.

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Prof. Dr. Axel Schäfer

Die Rolle von körperlicher Aktivität und Bewegung in der Prävention und Therapie chronischer Schmerzen

 

Rund 17% der deutschen Bevölkerung sind von chronischen Schmerzen betroffen, mit erheblichen negativen Folgen für Lebensqualität und Gesundheitssystem. Auch in der Zahnmedizin kommen chronische Schmerzen häufig vor, z. B. chronische orofaziale Schmerzen, TMD, neuropathische Schmerzen, postoperative Schmerzen oder Burning Mouth Syndrom. Für eine optimale Versorgung dieser Patienten ist eine frühzeitige Identifikation, Beratung und ggf. das Hinzuziehen weiterer Berufsgruppen wichtig. Der Vortrag gibt einen Einblick in die multidimensionale Natur der individuellen Schmerzerfahrung, beinhaltet Grundlagen zu Risikofaktoren und Diagnostik und zeigt die wichtige Rolle von körperlicher Aktivität und Bewegung für die Prävention und Therapie chronischer Schmerzen auf. Ansätze und Maßnahmen zur Förderung körperlicher Aktivität und Bewegung werden vorgestellt und hinsichtlich ihrer Umsetzung im zahnärztlichen Setting diskutiert.

ZFZ Summer-Class